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Nervöse Märkte

Book Description

Wie entlocken Finanzhändler und Finanzhändlerinnen der schieren Informationsflut auf ihren Bildschirmen relevante Anhaltspunkte für Transaktionen? Sie tun dies durch körperliche und leibliche Formen des Beobachtens sich ständig wandelnder Preise: ein Sehen und Hören, ein Gestikulieren und Rufen, ein Fühlen und Entscheiden im Takt des Marktes. So wechseln sich ein leiblich empfundenes Ringen mit Preisentwicklungen und eine stillstellende Disziplinierung der Körper vor den Bildschirmen ab, ein Wechsel, der für ungebrochene Marktaufmerksamkeit sorgt. Mit emotionsgeladenen Äußerungen machen die Teilnehmenden nervöse Märkte in einer Weise füreinander zugänglich, die weit über ihre medientechnische Visualisierung hinausreicht. Diese ethnografische Studie gibt Einblick in die Leib- und Körperlichkeit ökonomischer Entscheidungsprozesse und korrigiert damit die Annahme rein rational kalkulierender Akteure, die ihr Geschäft jederzeit im Griff haben.

Table of Contents

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Dedication
  5. Anmerkung zur Transkription und andere Hinweise
  6. Danksagung
  7. Inhaltsverzeichnis
  8. 1 Einleitung: Wie beobachtet der Finanzhandel den Markt?
    1. 1.1 Soziologie der Praktiken
    2. 1.2 Finanzmärkte als Gegenstand der Soziologie
    3. 1.3 Zur Methode der Ethnografie
    4. 1.4 Erste Einblicke in den untersuchten Finanzhandel
    5. 1.5 Aufbau des Buches
  9. 2 Im Handelsraum, am Schreibtisch und wieder zurück
    1. 2.1 Im Handelsraum, (…)
    2. 2.2 am Schreibtisch (…)
    3. 2.3 und wieder zurück
  10. 3 Der Markt als Kreatur
    1. 3.1 Finanzökonomische Ungewissheit
    2. 3.2 „Nervöser“, „verrückter“, „gefährlicher“ Markt
    3. 3.3 Von Personifikationen zur Sozialität mit Objekten
    4. 3.4 Was der Markt als Kreatur impliziert
    5. 3.5 Kreaturen des Marktes
  11. 4 Finanzmärkte und ihre Körper
    1. 4.1 Körpersensitive Theoriebausteine
    2. 4.2 Disziplinierte Körper: Stillstellung vor Bildschirmen
    3. 4.3 Handelnde Körper: Transaktionen im Sekundentakt
    4. 4.4 Erweiterte Körper: Bildschirme als „Auge zum Markt“
    5. 4.5 Sensorische Körper: Den Markt hören
    6. 4.6 Im Takt des Marktes
  12. 5 Preisströme und Aufmerksamkeitsrufe
    1. 5.1 Der Markt als strömendes und verzeitlichtes Beobachtungsobjekt
    2. 5.2 Aufmerksamkeitsrufe
    3. 5.3 Was Aufmerksamkeitsrufe mit sich bringen
    4. 5.4 Die Klänge des Marktes
  13. 6 Einverleibungen
    1. 6.1 Emotionen in der Finanzmarktforschung
    2. 6.2 Captain Kirk schlägt Mister Spock – aber wie?
    3. 6.3 Leibliche Emotionen
    4. 6.4 Der epistemologische Korporalismus des Derivatehandels
    5. 6.5 Markteinverleibung als Marktaufmerksamkeit
    6. 6.6 Nervöse Paarungen
    7. 6.7 „Gespür für den Markt“
  14. 7 Schluss: Spekulieren mit Leib und Körper
    1. 7.1 Marktteilnahmekompetenz
    2. 7.2 Entkoppelungen
    3. 7.3 Körperlich-leibliche Wissensarbeit
    4. 7.4 Finanzmarktkulturen
  15. Abbildungsverzeichnis
  16. Literatur
  17. Fußnoten